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Übersicht
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Poker Strategie - Allgemein |
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Beim Pokern sind Sie dann erfolgreich, wenn Sie mit der richtigen
Strategie an den Tisch gehen und andere Spieler Fehler machen. Dabei spielt
die eigene persönliche Strategie eine große Rolle. Bevor Sie aber Ihre
eigene Taktik entwickeln können, sollten Sie sich mit den allgemeinen Poker
Strategien vertraut machen. Hier möchte ich einige nennen und erläutern.
Falls Ihnen das ganze hier zu lang ist können Sie sich den Text auch
ausdrucken und in Ruhe lesen.
Warum Poker eigentlich kein Glückspiel sein kann
Poker besteht aus zwei Komponenten - Glück und
Strategie. Das Glück kann man nicht beeinflussen, aber die Strategie und die
Spielweise. Hat man kein Glück gibt sich der Poker Spieler damit zufrieden
und spielt nicht mit. Hat man Glück muss der Spieler dieses in einen Gewinn
umwandeln. Ein guter Pokerspieler schafft es also, aus schlechten
unglücklichen Blättern rechtzeitig auszusteigen um den Verlust so gering wie
möglich zu halten und aus glücklichen Blättern
Kapital zu schlagen. Nur diese Taktik wird dem guten Poker Spieler dauerhaft
Gewinn einbringen. Das es funktioniert zeigen uns die vielen Profispieler,
die Poker beruflich spielen und damit Ihren Lebensunterhalt bestreiten. Das
wäre bei einem reinen Glückspiel wie Roulette oder beim einarmigen Banditen
längerfristig
nicht möglich.
Diziplin
Wie schon in den einzelnen Poker Varianten erwähnt, sollten Sie
diszipliniert spielen.
-
Spielen Sie nur sehr gute oder gute Starthände
Die Starthände sind der Schlüssel für den Erfolg einer Pokerrunde.
Begehen Sie nicht den Fehler und spielen Sie jeden Mist. Dauerhaft
verlieren Sie dadurch Geld, einerseits weil Ihr Blatt einfach kaum
Chancen hat und andererseits weil Sie bei einem Treffer gezwungen sind
das Spiel mitzugehen um im Endeffekt zu verlieren. Wird Ihnen das Spiel
zu langweilig, weil Sie keine spielbaren Karten erhalten, studieren Sie
derweilen Ihre Gegner - nutzen Sie die Zeit also aus, in der Sie nicht
aktiv mitspielen.
-
Spielen Sie nicht bei Krankheit oder anderen kontraproduktiven
Einflüssen
Poker ist kein Spiel, welches von alleine läuft. Sie benötigen zu jeder
Zeit die vollste Aufmerksamkeit. Alle negativen Einflüsse wie Krankheit,
übermäßiger Alkoholkonsum, schlecht durchlüftete Räume oder andere
machen es Ihnen schwer, die Gedanken dort zu haben wo sie benötigt
werden - beim Spiel.
-
Spielen Sie in dem Niveau, in dem Sie sich wohlfühlen
Viele Anfänger denken, dass Sie nach dem Lesen eines Buches oder einigen
Informationen zum Profi Spieler aufgestiegen sind. Das dem nicht so ist,
merken Sie spätestens dann, wenn sie dauerhaft Geld verlieren. Spielen
Sie also nur in den Limits, die für Sie attraktiv sind und wo Sie sich
wohlfühlen. Fangen Sie immer beim kleinsten Limit an und spielen Sie als
Anfänger niemals No Limit Spiele. Nach dem Bankrollmanagement
können Sie dann später die höheren Limits spielen.
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Poker ist Erfahrungssache
Spielen Sie Poker so oft wie Sie möchten und natürlich nur in der
Umgebung wo Sie sich wohlfühlen. Je mehr Sie spielen, desto mehr
Erfahrungen sammeln Sie. Es ist keine Schande als Anfänger des Öfteren
zu verlieren oder Fehler zu machen - nur so erfahren Sie es am eigenen
Leib. Disziplinieren Sie sich deshalb.
-
Tilt
Immer dann wenn Sie unkontrolliert spielen, also ohne Vernunft und
Strategie, sind Sie im Tilt Status. Gerade lang anhaltenden Pechsträhnen
oder das ständige Verlieren mit guten Blättern wirkt sich
kontraproduktiv auf Ihr weiteres Spiel aus. Sie sollten also spätestens
dann mit dem Spielen aufhören, wenn Ihr Budget aufgebraucht ist oder Sie
nicht mehr Herr der Lage sind. Gute Spieler wissen sofort, wann Sie den
Tisch verlassen müssen, Sie sollten gerade als Anfänger niemals Tilt
Situationen hervorrufen und in diesen spielen. Sie werden
überproportional viel Geld verlieren und rutschen unter Umständen
mittelfristig in die Spielsucht ab.
Tells
Tells sind Gesten und kleine Bewegungen, die ein Gegner zu seinem Vorteil
lesen kann. Es ist ihm dann möglich zu erkennen, in welcher Situation Sie
sich befinden.
-
Zeigen Sie nicht zu viel
Wenn Sie eine gute Karte gefunden haben, sollten Sie dies niemanden
mitteilen. Rumgeklapper mit den Chips, nervöse Blicke, Fingerbewegungen
oder Redseeligkeit sind Anzeichen dafür und machen es Profis leichter,
Sie zu durchschauen. Viele Gesten oder Bewegungen werden reflexartig
ausgeführt ohne das sich der Spieler dessen bewusst ist. Sie müssen
lernen, dies zu unterdrücken oder sogar raffiniert zu Ihrem Vorteil
auszunutzen.
-
Sonnenbrille und Co.
Sieht zwar manchmal affig aus, hilft Ihnen aber gerade als Anfänger
weiter. Sonnenbrillen und Basecaps verschleiern Ihre Blicke und
Augenbewegungen.
Outs
Outs sind 'Möglichkeiten' oder 'Auswege' . Sie müssen immer wissen,
wie viel Outs Sie haben, das Spiel zu verbessern oder zu gewinnen. An Hand
der Outs können Sie später die Pot Odds berechnen und damit die Wette
profitabel abschließen.
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Beispiel:
Sie haben bei einem Texas Holdem Spiel 7-8 auf der Hand, im Flop
erscheint 5-6-K. Sie haben The Nut Straight Draw. Jede 4 und
jede 9 würde Ihnen helfen -> es gibt vier 4er und vier 9er Karten, Sie
haben also 8 Outs, den Straight zu vervollständigen.
-
Verhältnis
Um zu sehen, in welchem Verhältnis Sie dieses obige Beispiel zur
Straight vervollständigen können, wird wie folgt gerechnet: Es gibt 52
Karten, fünf kennen Sie (Ihre zwei Karten und drei Karten im Flop).
Unbekannt sind also 47 Karten (52-5). In diesen 47 Karten sind 8 Karten
enthalten, die Ihnen den Straight bringen. Das Verhältnis ist also 8:47
oder mathematisch korrekt ausgedrückt -> 1 : 5,88 oder 17%. Dies bedeutet, dass
Sie bei sechs solchen Situationen, einmal den Straight in der Turn Karte
vervollständigen können. Da noch die River Karte kommt, haben wir noch
eine zusätzliche Chance, die bei 1:5,75 liegt. Die Wahrscheinlichkeit
der Turn und der River Karte wird nun addiert und Ihre Chance, den
Straight noch zu vervollständigen liegt bei 2 : 5,85 oder 1:2,91 bzw.
34%. Das heißt nun also abschließend, dass Sie in jedem dritten Spiel
einen Straight bis zur River Card vervollständigen können.
Da es nun auch nicht auf die Nachkommastelle ankommt und man auch nicht
ewig Zeit hat, kann man das obige Beispiel auch schneller ausrechnen: Es
sind 47 unbekannte Karten im Spiel, Sie haben 8 Outs pro nachfolgender
Karte. Durch die vierte und fünfte Gemeinschaftskarte haben Sie also
jeweils 2 Chancen -> also 16 Outs. Nun haben Sie das Verhältnis 16:47
was ungefähr (schnell gerechnet) 1:3 entspricht.
-
Outs für Pot Odds
Sie müssen das Ausrechnen der Wahrscheinlichkeit im Blut haben, damit
Sie die Pot Odds bestimmen können. Diese werden im Nachfolgenden
erklärt.
Pot Odds
Die Pot Odds drücken die Lukrativität einer Wette aus. Stellen Sie sich
dazu folgendes Beispiel vor:
Sie gehen in eine Spielbank um Roulette zu spielen. Wenn Sie Ihren Chip
auf rot oder schwarz setzen haben Sie eine Chance von 50:50 (wenn man mal die
Null vergisst). Gewinnen Sie erhalten Sie 100% Ihres Einsatzes. Diese Wette
war neutral, das heißt, würde man diese Wette 10 Millionen Mal am Computer
simulieren, würden Sie weder verlieren noch gewinnen.
Nun wollen wir die beim Roulette vom Spieler gehasste Null wieder in das
Spiel bringen. Da der Null keine Farbe zugeordnet ist, wird der Spieler,
egal ob er auf schwarz oder rot gesetzt hat, nichts gewinnen. Der Vorteil
liegt also bei der Bank. Wir setzen also nun 1 Euro auf schwarz und
haben nun aber eine etwas geringere Wahrscheinlichkeit zu gewinnen -> 48,5%.
Nun simulieren wir am Computer 10 Millionen Spiele -> immer setzen wir einen
Euro auf schwarz. Danach haben wir also 10 Millionen Euro eingesetzt und wir
erhalten durchschnittlich 9,7 Millionen Euro an Gewinn zurück -> macht einen
Verlust von 300.000 Euro. Diese Wette war also negativ, auch wenn es nur 3%
waren.
Sie dürfen beim Poker nur die Wetten eingehen, die für Sie lukrativ sind,
sonst machen Sie auf Dauer Verlust. Vielleicht fragen Sie sich, wo denn dann
das Geld herkommt - nun von den schlechten Spielern, die Fehler machen und
diese Pot Odds nicht berücksichtigen.
Berechnung der Pot Odds / Erwartungswert
Dazu benötigen Sie die Outs und die dazu gehörigen Wahrscheinlichkeiten, wie
weiter oben erläutert. Wir berechnen nun die Pot Odds an folgendem Beispiel
der Pokervariante Texas Holdem:
Um das Herz Flush bis zum Ende zu vervollständigen haben wir folgende
Outs:
-
47 Karten kennen wir nicht
-
Es sind noch 9 Karten mit Herz möglich, also 9 Outs
-
Durch Turn und River haben wir zwei Chancen, also 18 Outs
-
Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie das Flush vervollständigen können,
liegt also bei 18:47 bzw. 1:2,61 -> entspricht für jede der beiden
noch folgenden Karte jeweils 19, also 38% insgesamt.
Nun kennen wir die Wahrscheinlichkeit. Jetzt müssen wir dies mit dem Pot
in das Verhältnis bringen. Dazu müssen Sie feststellen, wie viel Geld im Pot
incl. aller Einsätze liegt. Nun multiplizieren Sie diesen Pot mit Ihrer
Wahrscheinlichkeit und erhalten den Betrag, den Sie maximal setzen dürfen.
Folgendes Beispiel soll das verdeutlichen:
-
Es liegen 10 Euro im Pot
-
Ein Spieler vor Ihnen setzt 1 Euro
-
Sie sind an der Reihe und es liegen 11 Euro im Pot die Sie mit Ihrer Wahrscheinlichkeit
multiplizieren. 11 x 0,19 (19% für das Flush in der nächsten Karte)
ergeben eine Pot Odds von 2,09 Euro.
-
Sie dürfen nun also nur einen Einsatz mitgehen, der kleiner als
2,09 Euro ist. In unserem Beispiel wird 1 Euro von einem anderen Spieler
gesetzt, Sie können also mitgehen oder maximal 2,09 Euro selbst setzen, da Ihr Erwartungswert größer
und damit positiv
ist.
Hier noch ein zweites Beispiel
-
Wir sind immer noch bei unserem Flush Draw. Ein Gegner setzt 5 Euro
und im Pot liegen bereits 2 Euro.
-
Die Potgröße beträgt nun also 7 Euro, multipliziert mit 0,19
(unserer Wahrscheinlichkeit) erhalten wir einen Pot Odd von 1,33 Euro.
Das bedeutet, damit die Wette für uns lukrativ ist, sollten wir nicht
mehr als 1,33 Euro setzen.
-
Da der Gegner 5 Euro gesetzt hat, was höher als 1,33 Euro ist,
sollten wir hier nicht mitgehen, da der Erwartungswert negativ
ist.
-
Würden wir diese Situation 10 Millionen mal am Computer simulieren,
würden Sie mehr Geld verlieren als Sie gewinnen. Die Pot Odds sind also
enorm wichtig um erfolgreich und damit lukrativ Poker zu spielen.
Zugegeben, auf den ersten Blick ist das Berechnen der Pot Odds starker
Tobak, nach einiger Zeit haben Sie aber die Berechnung im Blut und haben
eine gute Grundvoraussetzung um erfolgreich Poker zu spielen.
Free Cards
Free Cards (kostenlose Karten) sind Karten, die Sie oder ein Gegner
erhalten, wenn gecheckt wurde. Anfänger neigen dazu bei guten Blättern
Free Cards zu verteilen um damit möglichst viele Spieler im Pot zu halten um
diese später zu melken. Warum sollten Sie keine Free Cards vergeben?
Folgendes Beispiel soll das verdeutlichen:
Beispiel:
Sie haben mit A-5 zwei Paare und damit ein richtig gutes Blatt. Ihr
Gegner (dessen Karten Sie ja eigentlich nicht kennen) hat ein Flush Draw. Sie sind der
Meinung, eine freie Karte verteilen zu müssen, um den Kollegen im Spiel zu
behalten, bitteschön:
Am Turn ändert sich nicht, weder für Sie noch für den Gegner. Sie setzen
nun einen kleinen Einsatz. Der Gegner callt.
Jetzt wollen Sie natürlich absahnen was das Zeug hält. Egal was Sie
setzen, der Gegner wird nicht bezahlen, da er sein Flush nicht
vervollständigen konnte. Sie haben also die Blinds und den kleinen Einsatz
am Turn gewonnen. Mit einer solchen Hand eindeutig zu wenig. Sie
müssen den Gegner für seine Outs bezahlen lassen, natürlich im Rahmen, dass
er nicht vertrieben wird, aber das ganze auch keine billige Tour für den
Gegner wird.
Betrachten wir uns die Situation mal aus der Sicht des Gegners: Für ihn
konnte es gar nicht besser laufen, denn er konnte kostenlos bzw. ganz billig
auf seine Outs warten. Mit 38%-iger Wahrscheinlichkeit hätte er gewonnen,
das heißt seine Pot Odds waren mehr als optimal.
Vergeben Sie deshalb niemals Free Cards, monetarisieren Sie Ihre Karte,
verdienen Sie Geld mit guten Karten und verlieren Sie kein Geld mit
schlechten Karten.
Ausnahmen:
Natürlich gibt es auch Ausnahmen, gerade dann wenn Sie The Nuts oder ein
Mörder Blatt auf der Hand halten. In dem Fall ist das Gewähren einer Free
Card OK, aber auch nur einer. Danach sollten Sie die Herren und Damen zur
Kasse bitten.
Warum ist hier eine Free Card zulässig?
Bei einem Mörderblatt kann Ihnen nichts oder fast nichts mehr den Appetit
verderben. Sie können also anderen Spielern die Möglichkeit bieten, eine für
sie bessere Hand zu finden. Findet ein Gegner eine gute Karte, wird es nach
der River Card heiß hergehen und Sie konnten Ihr Mörderblatt vergolden.
Findet niemand etwas und bestätigt auch niemand Ihren Einsatz haben Sie
einfach nur Pech.
Oft beobachten kann ich auch das Provozieren zum Bluffen. Nehmen wir an Ihr
Gegner hat vor dem Flop kräftig erhöht. Sie haben bezahlt und treffen den
Flop hervorragend. Ihr Gegner wird mit hoher Wahrscheinlichkeit einen
Einsatz bringen, in der Hoffnung Sie aus dem Spiel zu vertreiben. Haben Sie
eine Monsterhand empfiehlt es sich den Einsatz nur zu callen. Checkt
der Gegner nach der Turn Karte, so tun Sie das auch. Vor dem Showdown setzt
der Gegner kräftig an, und zwar recht hoch damit er Sie mit einem Bluff aus
dem Pot herausdrängt. Dadurch das Sie am Turn gecheckt haben, zeigen Sie dem
Gegner das Sie nichts oder nur mittelmäßig getroffen haben. Er nutzt nun die
Chance und blufft mit einem hohen Einsatz. Das ganze macht natürlich nur
Sinn wenn Sie ein Monsterblatt, möglichst The Nuts, haben.
Slowplay
Mit Slowplay können Sie für Überraschung sorgen.
Slowplay bedeutet "langsames Spiel mit guten Karten". Nehmen wir an Sie
haben Preflop A-A auf die Hand bekommen. Nach den allgemeinen Strategien
sollten Sie mit dieser Hand natürlich raisen um den Pot zu füllen. Im
Slowplay spielen Sie diese Erhöhung aber noch nicht aus, Sie möchten den
Gegner im Glauben lassen, dass Sie eine schlechte Karte auf der Hand haben.
Slowplay kann auch nach dem Flop gespielt werden, nämlich dann wenn Sie ein
Mörderblatt haben. Trifft ein Gegner eine für ihn gute Karte, kann es nach
der River Card zu Ihren Gunsten heiß hergehen und Sie kassieren mehr als bei
einem Spiel nach Protokoll.
Nachteilig kann es dann werden, wenn Sie durch Ihr Slowplay zu viele Spieler
in den Pot locken und jeder nun mal sehen will, was im Flop liegt. Unter
Umständen ist Ihr A-A dann schon underdog (unterlegen). Spielen Sie mit
diesen Karten slow, so müssen Sie auch jederzeit damit rechnen, die
schlechtere Karte im Spiel zu halten. Sie müssen dann bereit sein, die
beiden Asse zu folden.
Slowplay sollten Sie ab und zu mit in Ihre Taktik übernehmen, sollte aber
nicht Standard werden, denn die Gegner lernen schnell.
Beobachten der Gegner
Beim Poker ist es wichtig, dass Sie Ihrem Gegner niemals
die Möglichkeit geben, Ihr Blatt zu erahnen, andererseits ist es wichtig,
dass Sie die Gegner kennen und studieren. Gerade bei schlechten
Startblättern hat man die Möglichkeit vom Spiel fernzubleiben um die Gegner
zu beobachten. Sie sollten also niemals gelangweilt herumsitzen, es gibt
immer etwas zu tun.
-
was macht der Gegner Preflop?
Erhöht der Gegner gern preflop oder limpt er mit seinen starken Karten
ins Spiel? Mit welchen Karten erhöht er und welche erhöht er nicht?
Diese Informationen können Ihnen später von Vorteil sein.
-
wie spielt der Gegner im Allgemeinen?
Spielt der Gegner jede gute Karte an oder wartet er hinterlistig, dass
jemand in die Falle tappt? Spielt Ihr Gegner schlechte Outs und hält er
sich an die Pot Odds?
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ändern Sie Ihre Taktik im Spielverlauf
Sind Sie anfänglich eher passiv? Ändern Sie daher Ihre Taktik
zwischendurch in aggressiv oder beginnen Sie gleich aggressiv. Ihre
Gegner wissen dann nie, in welcher Laune Sie gerade sind und können Sie
schlechter einschätzen. Ein gekonnter Bluff gehört da genauso dazu wie
ein Check Raise oder das Vergeben einer Free Card bei einer Mörderhand.
Erhöhen Sie ab und zu Preflop mit Karten, die auf den ersten Blick nicht
die besten sind, Ihnen aber die Möglichkeit geben, Mörderblätter
aufzubauen (Bsp.: J-10 einer Farbe oder andere suited connectors).
-
Tells
Wie bereits ganz oben erläutert, sollten Sie im
Laufe der Zeit die Gesten und Bewegungen Ihrer Gegner lesen und
interpretieren können. Je mehr Sie vom Spieler erkennen, desto besser
Ihr Vorteil und damit Ihr Spiel.
Als Beispiel: Ich hatte an einem Tisch einen Spieler, der
immer mit den Beinen gewackelt hat, wenn er nichts oder nur mittelmäßig
getroffen hatte. Das signalisierte mir, das er nervös war. Einmal hatte ich
einen Bluff gestartet und einmal habe ich die Karten gefoldet, weil er eben
nicht mit den Beinen gewackelt hat. In diesen beiden Fällen habe ich richtig
entschieden, den Bluff hat er nicht bezahlt und im zweiten Fall zeigte er
mir sein Monsterblatt gegen das ich verloren hätte. Gerade wenn Sie nicht
spielen oder es langweilig wird, beobachten Sie Ihre Gegner sehr genau. Was
geben Sie für Tells wenn Sie nervös sind, was geben sie für Tells wenn sie
ein Monsterblatt haben. Diese Informationen können über Erfolg oder
Nichterfolg am Pokertisch entscheiden.
Bad Beat
Ein Bad Beat ist für einen professionellen Poker Spieler eine Karte, die
gegen den Favoriten gewinnt. Folgende Situation soll das erläutern:
Sie haben mit A-K eine Super Startkarte auf der Hand, Sie erhöhen preflop,
ein Spieler geht mit. Der Flop zeigt A-7-8. Sie haben das Overpair (das
höchst mögliche Pärchen) getroffen. Sie setzen kräftig und der zweite
Spieler geht mit. Am Turn das selbe Spiel. Nach dem River zeigen die
community cards folgendes Bild: A-7-8-10-Q. Sie setzen nun erneut und werden
erhöht. Sie zahlen und sehen seine Karten: Q-7, diese gewinnt mit zwei
Paaren gegen Ihr As Paar.
Der Gegner hätte nach den allgemeinen Pokerstrategien diese Q-7 preflop
nicht mitgehen dürfen, erst recht nicht wenn Sie erhöhen. Gerade und nur
deshalb haben Sie verloren. Sie geben natürlich diesem Spieler die Schuld.
Diese Situation ist wirklich nicht einfach, da Sie am liebsten den Gegner
erwürgen würden. Sie sollten aber professionell spielen und die Sache
zähneknirschend schnell wieder vergessen. Diese Situation darf Sie in
weiteren Spielen nicht beeinflussen, das heißt, in der nächsten Runde werden
Sie Ihr Overpair gewinnen. Zögern Sie dann, geben Sie schlechten Karten die
Möglichkeit doch noch zu gewinnen oder Sie monetarisieren Ihr Blatt nicht.
Das schlimmste was Sie im Falle eines Bad Beats machen können, ist die
Lehrer Nummer raushängen zu lassen. Den Gegner zu belehren, das er hier
nicht hätte mitgehen dürfen ist höchst unprofessionell. Abgesehen davon wird
der Spieler diese Karte wieder spielen und dann verlieren. Und dann werden
Sie kassieren, das ist reichlich Genugtuung :-)
Folgendes Blatt stellt auch ein Bad Beat dar, auch wenn es sich um zwei
Super Startkarten handelt. Sie haben wieder A-K und erhöhen preflop. Ihr
Gegner bezahlt die Erhöhung. Im Flop Liegt A-J-5. Sie haben wieder Overpair
und setzen kräftig. ihr Gegner bezahlt und nach der River Karte haben wir
folgendes Blatt am Board: A-J-5-2-10. Ihr Gegner erhöht bis zum Umfallen und
Sie werden wohl oder übel bezahlen. Ihr Gegner zeigt K-Q. König Dame an sich
ist keine schlechte Startkarte, der Gegner hätte aber spätestens am Flop
seine Karten folden müssen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die 10 noch kommt,
mit der er den Straight vervollständigen kann, ist zu gering. Würden wir
diese Situation eine Million mal am Computer simulieren, würde Ihr Gegner
eine Menge Verlust machen und Sie einen Wahnsinns Gewinn. In dieser einen
Situation haben Sie zwar gegen einen schlechten Spieler verloren, werden
aber mittelfristig an ihm mehr Geld verdienen, als Ihnen lieb ist.
Callen Sie mit A-K ein All-in von einem Gegner mit A-J haben Sie alles
richtig gemacht. Trifft der Gegner den Buben in den Community Cards so sind
Sie einem Bad Beat unterlegen, die bessere Hand verliert gegen die
Schlechtere. Dieses Szenario kommt aber nur aller 5 Spiele einmal vor, das
heißt Sie werden 4 mal gewinnen und 1 mal verlieren. Eine bessere Wette
können Sie gar nicht abschließen.
Mit Bad Beats umgehen
Ein Bad Beat gehört zum Poker dazu wie das Bluffen. Sie dürfen bei einem
unterlegenen Spiel mit favorisierten Karten nicht die Nerven verlieren, denn
Sie wissen, dass Ihre Wette positiv war und Sie damit richtig gespielt
haben. Natürlich ist es ärgerlich gegen eine Karte zu verlieren, die
entweder leicht schlechter ist oder die der Gegner niemals hätte spielen
dürfen. In diesem Fall sollten Sie es bei einem scharfen Blick zum Gegner
belassen. Professionelle Spieler kalkulieren immer Bad Beats mit ein, das
sollten Sie auch. So wird es Ihnen leichter fallen damit umzugehen.
Nicht unberücksichtigt darf man die eigenen Bad Beats lassen. Sie selber
werden schneller als Ihnen lieb ist die schlechtere Karte haben und trotzdem
damit gewinnen.
Bluffen
Das Bluffen ist ein interessanter Teil des Pokerspiels. Als Bluff bezeichnet
man das Vortäuschen einer guten Hand, ausgedrückt durch einen Einsatz.
Bluffen ist nicht gleich bluffen, es gibt den reinen klassischen Bluff und
Semi-Bluffs. Der interessanteste Aspekt beim bluffen ist herauszufinden,
wann man bluffen kann, wann man bluffen sollte und wann man es nicht tun
sollte.
Klassischer Bluff
Der Spieler setzt einen Einsatz, er geht davon aus das kein anderer Spieler
die Karten getroffen hat bzw. rechnet damit das mittelmäßige Karten den
Einsatz nicht bezahlen werden. Dabei spielt die Höhe des Pots und die Höhe
des Bluff-Einsatzes eine sehr große Rolle. Nehmen wir an im Pot liegen 200
Chips. Sie möchten nun bluffen und setzen 30 Chips. Sie werden in der Regel
von mittelmäßigen Karten gecallt werden, denn der Einsatz ist im Verhältnis
zum Pot zu klein. Sie müssen dann schon mind. Half-Pot also 100 Chips oder
mehr setzen. Halten Sie den Einsatz zu groß, kann ein sehr guter Spieler den
Braten riechen und wird callen. Diese Situationen kann man unter
Profispielern im Fernsehen wunderbar verfolgen.
Wird Ihr Bluff-Einsatz erhöht sollten Sie nicht sofort folden. Warten Sie
10-20 Sekunden. Werfen Sie die Karten sofort ab, wissen die Gegner das Sie
geblufft haben. Täuschen Sie Zweifel vor und legen Sie die Karten dann
widerwillig ab. Machen Sie daraus aber bitte keine Show, das wirkt künstlich
und lenkt die Aufmerksamkeit aller Spieler auf Sie. Denn einen verlorenen
Bluff sollten Sie so unauffällig wie möglich tarnen.
Situationen, an den Sie Ihr Bluff zeigen sollten, gibt es genug. Es ist aber
nicht sinnvoll bei jedem erfolgreichen Bluff die Karten zu zeigen. Der
Gegner wird Sie auf die Abschussliste setzen. Wohlmöglich haben Sie bereits
den Ärger des ganzen Tisches auf sich gezogen. Zeigen Sie erfolgreiche
Bluffs bei ganz schwierigen Situationen oder hohen Pots. Das verschafft
Ihnen widerrum den Respekt des Tisches und so schnell wird sich keiner mit
Ihnen anlegen. Passen Sie Ihre Strategie nach dem Bluffen an, Sie sollten
die nächsten Hände nicht bluffen. Im Gegenteil, nutzen Sie den vorher
gezeigte Bluff aus. Warten Sie auf eine Gelegenheit einen erneuten Bluff
vorzutäuschen, ein Gegner wird callen und Ihre gute Karte ausbezahlen. In
der Regel sollten Sie nur einen guten Bluff pro Abend und Tisch zeigen.
Zeigen Sie keine Bluffs, wo der Pot zu gering ist oder wenn Sie durch
Erhöhen die Blinds kassieren. Das wirkt affig und verschafft Ihnen keinen
Respekt.
Durch das Bluffen verändern Sie Ihr Image am Tisch. Bereits ein gezeigter
Bluff macht Sie gegen andere Gegner etwas undurchschaubarer.
Klassischer Bluff mit Gegnereinsatz
Nehmen wir an Sie sind mit drei Gegnern im Spiel. Der Pott beträgt 200
Chips. Der Flop zeigt K-Q-4. Ein Spieler setzt 20 Chips. Ein Spieler foldet
weil er den Flop nicht getroffen haben, Sie aber wollen nun einen Bluff
aufbauen, da Sie an Hand des geringen Einsatzes der Meinung sind, der Gegner
hat kein gutes Blatt. Nun Kommt als Turn die zweite 4 und das Board zeigt
damit K-Q-4-4. Nun setzt Ihr Gegner wieder 20 Chips, in der Hoffnung das Sie
keine 4 haben. Nun Sie haben aber die 4 (zumindest sollten Sie diese nun
repräsentieren) und erhöhen auf 200 Chips. Bei Bluffs mit Gegnereinsatz
sollten Sie deutlich mehr als nur die Hälfte des Pots spielen. Übertreiben
Sie es nicht. Zurück zum Beispiel: der Gegner denkt sich folgendes: Sie
haben nach dem Flop seine 20 Chips bezahlt und nun erhöhen Sie kräftig. In
dem Fall besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die 4 haben. Nun, der
Gegner wird mit seinem kleinen Damenpaar den Pot verlassen. Tut er es nicht
und Sie bekommen einen Call müssen Sie davon ausgehen, dass der Gegner
entweder den Bluff durchschaut hat oder der Gegner hofft auf die River
Karte. Er checkt und Sie setzen nun 400 Chips, der Gegner wird die Karte
fallen lassen wenn er sich nicht verbessern kann.
Natürlich gibt es Spieler die alles bezahlen, egal wie hoch Sie setzen, dann
müssen Sie Ihre Spielweise anpassen und sollten nur dann Bluffen wenn der
Fisch nicht im Pot verwickelt ist. Sie werden auch einige Bluffs verlieren,
nämlich immer dann wenn der Gegner bessere Karten findet oder wenn er den
Braten riecht.
Zusammenfassung klassischer Bluff:
-
bluffen Sie bei community cards, die mit hoher
Wahrscheinlichkeit keiner getroffen hat (Bsp.: es liegt 2-2-4 auf dem
Tisch)
-
setzen Sie einen angemessenen Einsatz, nicht zu
niedrig und nicht zu hoch. Versuchen Sie es mit der Hälfte oder dem
Dreiviertel des Pots
-
Zeigen Sie nur maximal einen Bluff pro Tisch und
Abend, und auch nur dann wenn es ein hoher Pot war. Nur dann wird das
Image verbessert.
-
Zeigen Sie niemals kleine Bluffs
-
Bluffen Sie lieber selten, dafür aber gut
-
Nutzen Sie kleine Gegnereinsätze aus um mittlere Pots
zu kassieren
-
Bluffen ist ein Teil des Pokerspieles, es sollte
nicht zur Hauptaufgabe gehören.
Semi-Bluff
Der Smi-Bluff ist ein Bluff mit der Aussicht auf eine
Verbesserung der Hand. Folgendes Beispiel: Sie halten K-Q und auf dem Board
erscheint J-10-4. Damit haben Sie einen Straight Draw, also die Aussicht auf
eine sehr gute Hand. Setzen Sie nun einen Einsatz, so starten Sie einen
Semi-Bluff. Der Vorteil hier: Sie können unter Umständen den Pot gleich
kassieren oder Sie treiben den Pot in die Höhe um dann entweder den
verpassten Draw am Ende zu einem klassischen Bluff auszubauen oder einfach
nur mit dem Straight zu gewinnen. Ein Semi Bluff bietet sich immer dort an,
wo es eine gute Wahrscheinlichkeit gibt die Hand zu verbessern.
Wird Ihr Einsatz bei einem Semi-Bluff geraist, so sollten Sie an Hand der
Pot Odds ausrechnen ob sich das zahlen rechnet. Auch müssen Sie
berücksichtigen das der Gegner evtl. schon eine besser Hand hält und Sie
drawing dead sind. Folden Sie im Zweifel.
Der richtige Einsatz
Der richtige Einsatz ist essentiell für eine erfolgreiche Pokerpartie.
Folgende Beispiele sollen das verdeutlichen:
Beispiel 1: Einsatz und Pot Odds
Sie halten K-Q auf der Hand und ein Gegner callt. Der Flop zeigt 2-4-Q. Sie
haben das Top Paar mit einem passablen Kicker. Im Pot liegen 200 Chips. Nun
sollten Sie den Einsatz so wählen, das der Gegner bei einer mittelmäßigen
Karte callt und bei einer schlechten Karte oder bei schlechten Draws foldet.
Sie müssen also seine Pot Odds zerstören. Sie setzen 150 an Chips und Ihr
Gegner foldet. Er hatte A-5 auf der Hand. Hätten Sie den Einsatz niedrig
gewählt (Bsp.: 50 Chips) hätte der Gegner diesen unter Umständen gecallt. Er
hatte das As als Out und die 3 hätte ihm einen Straight gebracht, die Pot
Odds haben Sie ihm durch die Höhe des Einsatzes zerstört und ein callen
hätte in seinem Fall einen negativen Erwartungswert. Natürlich dürfen Sie
die Clowns und Pappnasen am Tisch nicht vergessen, die alles und jeden
callen. Da müssen Sie Ihr Spiel anpassen und eventuell noch mehr setzen,
damit Sie diese Spieler richtig melken.
Setzen Sie also bei einer guten Hand einen ordentlichen Einsatz im
Verhältnis zum aktuellen Pot um Trittbrettfahrer und mittelmäßige Hände zu
verscheuchen. Denn diese können Ihnen unter Umständen durch Free Cards oder
durch luschige Einsätze den Pot mit einer besseren Hand am Showdown streitig
machen. Dann haben Sie nur um ein paar Chips zu sparen, einen großen Pot
verloren. Sie hätten den Pot gleich am Flop mit 200 Chips gewonnen, so haben
Sie 500 Chips verloren, ein Minus an 700 Chips.
Beispiel 2: Einsatz und Erwartungswert
Sie halten 7-8 auf der Hand und drei weitere Gegner erleben den Flop mit
5-A-6. Der Pot beträgt 400 Chips. Der erste Gegner, der an der Reihe ist,
setzt 200 Chips. Der nächste Gegner bezahlt, der dritte foldet. Nun müssen
Sie überlegen was Sie machen. Mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit hält
einer der beiden Gegner ein As auf der Hand, die 7 und die 8 können Sie also
als Out nicht mehr heranziehen. Wenn Sie aber die Strasse treffen, werden
Sie diese beiden Gegner schlagen. Auch nicht zu unterschätzen ist Ihre
Position. Sie sitzen am Ende der Fahnenstange und haben die Möglichkeit die
Einsätze der vorderen Gegner zu erhöhen, was den Erwartungswert noch mal
erhöht, auch wenn der Pot noch relativ gering ist. Ihre Chance liegt bei 17%
den Straight an der Turn Karte zu erhalten. Der Pot ist bei 800, Sie dürften
also theoretisch nur callen wenn der Einsatz 17% oder weniger beträgt, in
unserem Fall wären das 136 Chips. Trotz der negativen Pot Odds sollten Sie
hier callen, da der zu erwartende Gewinn (durch ein mögliches Raise am Ende)
größer ist als es die Odds ausgeben.
Sie callen also und treffen den Straight nicht. Der erste Gegner erhöht auf
All-in mit 1026 Chips. Der Pot beträgt 2026 Chips (1000 Chips + der All-in
Einsatz). Dem zweiten Gegner wird das zu heiß und verlässt das Spiel. Sie
haben nun die Aufgabe zu callen oder zu folden. In diesem Fall werden Sie
folden müssen, da Ihr Erwartungswert deutlich negativ ist. Sie können nicht
mehr Raisen, wenn Sie den Straight erhalten und was am wichtigsten ist, der
zweite Gegner ist ausgeschieden. Sie haben am River auch eine 17%-ige
Wahrscheinlichkeit zu gewinnen, Sie dürften als nach den Pot Odds nur
maximal 170 Chips bezahlen. Ein Call des All-ins wäre unverhältnismäßig
teuer und an dieser Stelle ein großer Fehler.
Beispiel 3: Einsatz und Pot committed
Sie spielen A-Q und der Gegner erhöht. Sie bezahlen sein Raise. Im Pot sind
1.000 Chips und auf dem Flop kommt K-K-5. Sie treffen nichts und checken
erstmal. Der Gegner setzt seine restlichen 400 Chips und geht All-in. Auch
wenn Sie hier vermuten, dass der Gegner den Drilling Könige evtl. gefunden
hat müssen Sie diese 400 Chips bezahlen, da Sie pot committed sind. Pot
committed bedeutet so viel wie "am Pot gefesselt" oder "am Pot involviert".
Sie haben bereits zu viel in den Pot investiert um es an diesen 400 Chips
scheitern zu lassen. Vielleicht haben Sie ja doch die bessere Hand oder
können diese verbessern. Auch muss kalkuliert werden, dass der Gegner gerade
wegen des hohen Pots All-in geht um einen Bluff zu spielen und eigentlich
nur Schnee auf der Hand hat. Wahrscheinlich hat er den Flop ebenso verpasst
wie Sie, eventuell haben Sie die besseren Karten. Sie müssen also hier
bezahlen, ob Sie wollen oder nicht, Sie haben bereits 500 Chips preflop
bezahlt und benötigen nur noch 400 Chips um evtl. 1.400 Chips zu kassieren.
Da auch von Seiten des Gegners keine Action mehr kommen kann, müssen Sie
nicht damit rechnen, am Turn und River noch mal bezahlen zu müssen.
Beispiel 4: Einsatz mit Monsterblatt
Das folgende Beispiel wird gern von mir gespielt, es ist einfach die beste
Methode um so viel Chips wie möglich vom Gegner zu kassieren. Dabei muss
aber das Timing bei Ihnen und beim Gegner stimmen. Nehmen wir an Sie haben
K-Q und der Gegner raist. Sie bezahlen. Auf dem Flop kommt 10-J-A. Sie haben
mit dem Straight die aktuellen Nuts und auch ist kein Flush oder Full House
möglich. Nun können Sie erstmal zum Gegner checken, der ja die Action vor
dem Flop begonnen hat. Er soll Ihnen ein Angebot unterbreiten. Der Pot
beträgt 1000 Chips und er setzt 500. Nun Sie gehen davon aus das der Gegner
etwas getroffen hat, ein hohes Paar, einen Drilling oder zwei Paare. Sie
callen. Es kommt die 5, für Sie völlig ungefährlich. Sie checken und der
Gegner checkt auch. Nun wundern wir uns warum er checkt, wahrscheinlich
wollte er den Pot gleich kassieren oder er hat nur etwas mittelmäßiges auf
der Hand. Oder er hat ebenfalls ein Monster und will Sie verunsichern. Gut,
wir gönnen Ihm die freie Karte. Es folgt eine 7, Sie haben also nun immer
noch The Nuts und müssen vor keiner anderen Karte Angst haben. Sie setzen
nun einen Probe-Einsatz in Höhe von 500 Chips. Im Pot sind 2.000 Chips, also
sind 500 ideal. Erstens erreichen Sie damit das der Gegner bei einer
schlechten oder mittelmäßigen Karte bezahlt um nicht einem Bluff zu
erliegen, oder er erhöht weil er nun erst am Ende alle 5 Gemeinschaftskarten
kennt und der Meinung ist das sein Buben Drilling das höchste Blatt ist.
Nun, der Gegner erhöht auf 1.500 Chips und Sie werden natürlich den Gegner
sofort All-in setzen. Er wird bezahlen, er ist am Pot gefesselt und hat
zudem mit dem Buben Drilling kein schlechtes Blatt. Voila.
Preflop Raises
Haben Sie eine gute Starthand sollten Sie diese immer sofort erhöhen,
natürlich immer in Koordination mit Ihren Gegnerbets. Warum sollten Sie mit
guten Karten vor dem Flop erhöhen? Das möchte ich Ihnen an Hand eigener
Erfahrung erläutern.
Als ich mit dem Spielen begonnen habe, traute ich mich nicht so richtig,
gute Startkarten zu erhöhen. Es musste schon ein hohes Pocketpair sein,
bevor ich erhöht habe. Ich habe durch das fehlende Raise sehr viel Pots
verloren. Nach einer Weile habe ich mir vorgenommen, genau nach Protokoll zu
spielen und gute Starthände immer preflop zu erhöhen. Natürlich muss man die
Gegner berücksichtigen, erhöht man um den vierfachen Big Blind und ein
weiterer Gegner erhöht nochmal, sollte man natürlich schon überlegen ob die
Starthand konkurrenzfähig ist. AJ oder AQ sind zwar schön, bei einem ReRaise
sind diese aber fast schon underdog. Wichtig wäre in dem Fall auch zu
wissen, wie der Raiser vorher gespielt hat. Erhöht er ständig, so können Sie
dieses ReRaise bezahlen. Ist er eher ruhig und spielt kaum Hände wird er mit
hoher Wahrscheinlichkeit ein Monster auf der Hand halten. In diesem Fall
sollte man AJ-AQ und darunter abwerfen. Wenn Sie den Raiser auf eine
Monsterhand setzen, wird Ihre Karte nicht gewinnen. Selbst wenn der Gegner
nur 2-2 auf der Hand hält, haben Sie mit AQ nur eine ungefähre 50:50 Chance.
Solche Situationen sollte man eigentlich meiden.
Ich habe nun jede Starthand um den drei- oder vierfachen BigBlind erhöht und
hatte schnell festgestellt, dass sich damit eine Menge Pots gewinnen lassen.
Die Gründe warum Sie erhöhen sollten: Erstens möchten Sie mit maximal einem
Gegner spielen, je mehr Spieler am Pot beteiligt sind, desto weniger
wahrscheinlich ist das Sie mit Ihrer Karte gewinnen. Zweitens haben Sie die
Action auf Ihrer Seite, das heißt, Sie sind der Aggressor in der Runde und
bestimmen ab sofort. Das ist immer dann sinnvoll, wenn Sie den Flop nicht
getroffen haben. Der Gegner muss den Flop natürlich auch erstmal treffen. In
der Regel sollten Sie einen Einsatz setzen, auch wenn Sie nichts getroffen
haben. Oft verschwindet der Gegner unauffällig und der Pot gehört Ihnen.
Bezahlt der Gegner Ihren Einsatz müssen Sie damit rechnen das er etwas
getroffen hat oder ahnt das Sie nichts gefunden haben. In diesem Fall bleibt
Ihnen nur der Bluff mit der Hoffnung das Sie am Turn oder am River noch eine
passende Karte finden. Haben Sie beispielsweise AK auf der Hand und Sie
treffen den Flop nicht, so haben Sie noch eine 25% Chance, dass der König
oder das As bis zum River erscheint. Treffen Sie bis zum River absolut
nichts, checken Sie.
Ich beobachte oft, dass gerade neue oder unerfahrene Spieler Ihre preflop
erhöhte Karte wie ein Berserker ohne Rücksicht auf Verluste bis zum Showdown
spielen oder am nicht getroffenen Flop All-in gehen um die Gegner
herauszudrücken. Ein guter Spieler wartet seit Stunden auf diese Gelegenheit
und wird bei einem Treffer callen. Das "durchdrücken" der Karte ist
kreuzgefährlich und kann den ganzen Stack (Chips, die vor einem auf dem
Tisch liegen) kosten. Spielen Sie Ihre guten Startkarten mit einem gesunden
Selbstbewusstsein aber immer mit dem Gespür, wann Sie diese Karte folden
sollten und wann nicht.
Insgesamt kann man sagen, das Sie auf Dauer durch geraiste Pots Gewinn
machen. Einerseits ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, das der Gegner am
Flop nichts getroffen hat und durch Ihren Einsatz verschwindet. Oder Sie
treffen etwas und melken den Gegner. Treffen Sie nicht den Flop und der
Gegner callt, so haben Sie immer noch eine gute Chance eine passende Karte
zu finden. In der Summe werden Sie also mit Gewinn vom Tisch gehen,
vorausgesetzt Sie haben die Verluste dieser starken Starthände so gering wie
möglich gehalten.
Bluffen nach Preflop Raise
Da jeder halbwegs gute Spieler nach einem Raise am Flop anspielt, können Sie
unter Umständen bluffen. Nehmen wir an ein Gegner hat preflop erhöht, Sie
haben bezahlt. Es erscheinen drei Zahlen im Board (Bsp.: 2-4-7) oder ein
Paar (Bsp.: 2-7-7) dann können Sie davon ausgehen das der Gegner nichts
getroffen hat, genauso wie Sie. Im Pot sind 400 Chips und der Gegner setzt
100 Chips. Das ganze riecht dann schon danach, dass er nichts getroffen hat.
Sie können nun durch ein angemessenes Raise versuchen die 500 Chips sofort
zu kassieren. In dem Fall würde ich persönlich auf 500 Chips erhöhen, so
dass der Gegner zweimal überlegen wird ob er hier callt. Hat er nichts
getroffen und durchschaut er Ihren Bluff nicht, wird er mit hoher
Wahrscheinlichkeit den Pot fallen lassen und Sie haben Zahltag. Haben Sie
Berserker am Tisch wird sich ein Bluff nicht lohnen, da diese alles bezahlen
würden.
Die Höhe des Raises beim Bluff ist mehr als entscheidend. Sie signalisiert
dem Gegner was Sie auf der Hand haben. Würden Sie den Bet von 100 Chips des
Gegners mit einem Raise auf 200 entgegnen, würde dieser mit hoher
Wahrscheinlichkeit bezahlen, denn diese 100 Chips mehr sind im Verhältnis
zum Pot für Ihren Gegner gerechtfertigt. Sie geben ihm dadurch eine weitere
Karte und könnten sich im weiteren Spielverlauf verzetteln. Erhöhen Sie also
immer gleich und kräftig, idealerweise immer die Höhe des Pots (+-20%). Es
muss dem Gegner sichtlich weh tun, diese Erhöhung zu bezahlen.
Wird Ihr Bluff ständig durchschaut, weil Sie diese Art von Bluff immer
durchziehen, sollten Sie dann vielleicht doch zum Rommé oder Skat wechseln.
Den Gegner spielen
Man hört es oft, viele Pokerspieler reden von "ich habe den Gegner
gespielt". Das bedeutet das die Entscheidungen im Pokerspiel nicht an Hand
der Karten sondern an Hand der Eigenschaften des Gegners getroffen wurden.
Wenn Sie die Spielweise der Gegner kennen, können Sie dieses Wissen zu Ihrem
Vorteil ausnutzen. Sie können auf jede Art von Reaktion des Gegners
reagieren und ein Bluff wird schnell erfolgreich. Kennen Sie die Gegner
nicht oder nicht ausreichend sollte das Spielen des Gegners unterlassen
werden. Auch sollten Sie natürlich vorwiegend die Karten spielen, aber ab
und zu lässt sich ein Pot durch das Spielen des Gegners kassieren.
Weitere Strategien werden in Kürze folgen. In den Poker Varianten
finden Sie tlw. speziellere Strategien.
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