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Wie so oft wurde versucht das Glück zu seinen eigenen
Gunsten zu beeinflussen. Wohl kaum ein anderes Spiel ist Poker, wenn auch
oft zu unrecht, mit dem Begriff des Falschspiels verbunden. Die
Falschspielermethoden dienen dazu beim Mischen, Abheben und beim Austeilen
die Karten unter Kontrolle zu behalten um somit über die Karten des Gegners
oder über verdeckte Karten Bescheid zu wissen. In den Spielbanken wird der
Croupier die Karten geben, womit ein Falschspiel weitestgehend vermieden
wird.
Nachfolgend werde ich Ihnen einige klassische Tricks der
Falschspieler aufzeigen. Dieses dient selbstverständlich nur dazu, bei Ihren
Mitspielern unerlaubte Kniffe zu entdecken. Vergessen Sie nicht, so mancher,
der noch ein As im Ärmel hatte, wurde im Wilden Westen dafür erschossen!
Das gezinkte Kartenspiel
Die einfachste Art, den Wert einer verdeckten Karte lesen zu können wäre,
wenn sich die Rückseiten der Karten ebenso wie ihre Bildseiten unterscheiden
könnten. Hier kommt das gezinkte Kartenspiel zum Einsatz. Dabei werden
einige aber auch alle Rückseiten des Decks auf bestimmte Weise markiert.
Eine Methode um einige, wenige Karten, wie die Asse, zu markieren ist es
diese fühlbar zu kennzeichnen. Der geübte Falschspieler besitzt dazu einen
Fingerring auf deren Rückseite eine Nadel oder Rasierklingenspitze
angebracht wurde. Somit konnte er während des Spieles bestimmte Karten
markieren. Mit dem Daumennagel kann man ebenso schnell kleine Markierungen
anbringen. Eine ganz plumpe Art ist es, die Ecke einer Karte zu knicken.
Bei einem komplett gezinkten Kartenspiel wird häufiger das Rückenmuster
benutzt. In den feinen Kringeln und Rhomben der Rückseite lassen sich sehr
gut winzige Markierungen anbringen. Diese können nach einem bestimmten Code
gelesen werden. Meist geschieht das durch zwei Markierungen, wobei die eine
die Farbe der Karte kennzeichnet. Die Andere zeigt den Wert der Karte an.
Mittels der Drei, in der Abb. 1 im blauem Oval, Markierungen wird die Farbe
angezeigt. Links fehlt = Kreuz; Mitte fehlt = Karo; rechts fehlt = Pik;
keins fehlt = Herz.
In den kleinen Kreisen darunter liest man den Kartenwert ab, hier gelb
eingekreist.
Dabei ist hier jeweils ein kleiner Punkt in einem der Kreise angebracht. Der
Punkt wandert je nach Wert der Karte. Für die Werte von 6 bis 2 wurden zwei
Kreise mit einem Punkt versehen. Das As hat keinen Punkt. Sehen Sie genau
hin!
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Abb. 1 |
Beispiel für gezinkte Karten. Klicken Sie auf das Bild für eine
Vergrößerung. |
Das Falschmischen
Beim Falschmischen wird die Lage einer oder mehrerer Karten nicht verändert.
Man kann damit kontrollieren, welche Karten in der derzeitigen Runde im
Umlauf sind und sogar bestimmte Karten austeilen.
Die vom Poker her bekannteste Mischmethode ist das so genannte Riffel- oder
auch Faromischen. Man braucht viel Übung um das Deck Karte für Karte
ineinander verzahnen zu lassen. Zwei mal auf diese Weise „gemischt“ stellt
die ursprüngliche Reihenfolge der Spielkarten wieder her. Aber auch, wenn
man das Riffelmischen nicht so ganz beherrscht ist es trotzdem möglich,
bestimmte Karten in einem Deck oben zu behalten um zu bestimmen, welche
Karten als erstes ausgeteilt werden.
Das Riffelmischen geht folgendermaßen. Teilen Sie das Deck in 2 etwa gleich
große Päckchen. Diese legen Sie längs vor sich auf den Tisch leicht gedreht,
so dass die inneren, Ihnen zugewandten Ecken dichter aneinander zu liegen
kommen, als die beiden abgewandten, inneren Ecken. (Abb. 1) Die Daumen
ziehen die jeweils innen liegenden Ecken etwas nach oben. Die Zeigefinger
drücken in der Nähe der Daumen von oben auf die Karten während die übrigen
Finger die Päckchen an der Ihnen abgewendeten Längsseite fixieren. Führen
Sie die Ecken etwas näher zusammen. (Abb. 2) Wenn Sie nun den Druck der
Daumen langsam lösen, beginnen die Karten sich gegeneinander zu verzahnen.
Theoretisch könnten Sie nun die verzahnten Päckchen zusammenschieben.
Schöner wird es jedoch, wenn Sie an dieser Stelle das Bogenmischen nun
anhängen. Richten Sie hierzu die ineinander verzahnten Päckchen längs aus.
Diese stecken an der inneren kurzen Seite des Decks ca. 1,5 bis 2 cm
ineinander. Pressen Sie das Deck von oben mit den Daumen und von unten mit
den übrigen Fingern an der verzahnten Stelle fest zusammen. (Abb. 3) Biegen
Sie vorsichtig das Deck nach oben hin durch, während Sie die Karten mit den
Fingern von unten stützen. Wenn Sie nun den Druck der Finger nachlassen,
beginnen die Karten ganz ineinander zu springen.
Diese Aktion ist pure Effekthascherei. Im Allgemeinen dient das
Riffelmischen eher dem Imponiergehabe und soll nur Überlegenheit
demonstrieren.
Erwähnenswert als Falschmischmethoden seien noch das Dreipäckchenmischen und
das Charlier-Mischen genannt. Bei beiden Varianten wird das Deck in
kleineren Päckchen gehalten und ein Mischvorgang simuliert. Das Ergebnis ist
immer die Kartenreihenfolge nicht zu verändern.
Falsches Abheben
Ebenso wie beim Falschmischen so ein Falschabheben die Positionen bestimmter
Karten nicht verändern. Dieses geschieht meist durch geschickte
Verschleierung des Abhebevorgangs.
Halten Sie das Deck wie zum Austeilen in der linken Hand. Mit der rechten
Hand heben sie nun von oben etwa ein Drittel ab und legen es auf den Tisch.
(Abb. 4) Wiederholen Sie diesen Vorgang mit der Hälfte des restlichen
Päckchens (also das 2. Drittel) wobei Sie dieses Päckchen rechts neben das
Erste legen. Legen Sie mit der linken Hand das letzte Drittel rechts neben
die beiden Anderen. Nun sammeln sie die Päckchen mit der rechten Hand von
links nach rechts auf. Das Wechseln der Hände und die zügige Durchführung
täuschen darüber hinweg, dass Sie die Päckchen in gleicher Reihenfolge
wieder zusammengesetzt haben.
Eine weitere Falschabhebe – Variante ist die klassische Volte. Ein sehr
schwerer Kartengriff. Ein Deck liegt auf dem Tisch. Mit der rechten Hand
wird die Hälfte abgehoben und in die linke Hand gelegt. Die rechte Hand
nimmt die zweite Hälfte auf. Beim Auflegen dieser Hälfte auf die linke Hand
wird das Päckchen der linken Hand unter Deckung der rechten Hand an der
Seite der Finger senkrecht geklappt. Die rechte Hand beendet den
Auflegevorgang in dem sie das gehaltene Päckchen direkt auf die linke
Handinnenfläche legt, am hochgeklappten Stapel vorbei. Dabei drückt der
rechte Handballen den senkrechten Stapel auf das eben abgelegte Päckchen.
Die Karten werden Egalisiert. Im Grunde ist das eine durchgängige Bewegung.
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Abb. 4 |
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Falschausteilen
Natürlich kann der Geber auch beim Austeilen bestimmen, wer welche Karten
bekommt. Das setzt natürlich voraus er hat zuvor falsch gemischt und
abgehoben, um die Positionen der Karten zu kennen. Die bekanntesten
Falschausteil – Methoden ist der „second deal“ und der „bottom deal“
Beim „bottom deal“ wird anstatt der obersten Karte die Unterste ausgeteilt.
Sie haben das Deck in Austeilposition in der linken Hand und schieben mit
dem Daumen, wie üblich, die oberste Karte ein wenig nach Außen. Gleichzeitig
schiebt der Ringfinger die unterste Karte ebenso weit hervor, wie die
oberste Karte. (Abb. 5) Greift jetzt die rechte Hand zu, so zieht der linke
Daumen die oberste Karte wieder auf den Stapel zurück. Gleichzeitig ergreift
man mit rechtem Daumen und Mittelfinger die unterste Karte und teilt sie
aus.
Wie der Name bereits sagt, wird beim „second deal“ die zweite Karte von oben
ausgeteilt. Hierbei wird zunächst das Deck so gehalten als wolle man
„normal“ austeilen. Der Daumen der linken Hand ragt ein wenig über die obere
Schmalkante heraus. Wenn er nun die oberste Karte ein wenig zurück schiebt,
kommt der Daumen mit der zweiten Karte in Berührung. Beide Karten werden der
rechten Hand entgegengeschoben. Dabei zieht der linke Daumen die Oberste
wieder zurück auf das Deck. Die rechte Hand ergreift hierbei die zweite
Karte und teilt aus. Dieser Vorgang kann, flüssig ausgeführt, mehrfach
wiederholt werden, bis man sich selbst die oberste (bekannte) Karte
austeilt.
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Abb. 5 |
Second Deal. Klicken Sie auf das Bild für eine Vergrößerung. |
Karten erkennen
Gebräuchlich sind bei Falschspielern kleine Spiegel. In den Fingern der
rechten Hand verborgen, kann man beim Geben unter die Karten schauen.
Kunstgriffe
Erwähnen möchte ich noch ein paar Kunststücke, die gern vorgeführt werden um
die Mitspieler zu beeindrucken. Dafür ist das einhändige Mischen, Abheben
und Austeilen bekannt. Diese Kunstgriffe bedingen großer Fingerfertigkeit
und jahrelanger Übung. Die vorhin beschriebene „Volte“ offen und mit einer
Hand beeindruckt so manchen Laien. Sowie auch das Riffelmischen mit einer
Hand. Hat der Spieler mal keine Karten in der Hand so kann er das
Riffelmischen auch einhändig mit zwei Chipstapeln praktizieren.
Fazit
Die beschriebenen Kunstgriffe sind beim Laien sehr beliebt. Bei einem
Pokerturnier sollten Sie jedoch derlei Falschspielereien unterlassen. Der
Profi erkennt den Betrugsversuch.
In Texas stand so mancher danach nicht wieder vom Pokertisch auf.
In den modernen Casinos sowie beim Pokerturnier sind durch strenge
Kontrollen und Einsatz eines Kartenschlittens derart Betrugsversuche
unmöglich.
Die bekanntesten Hersteller von Pokerdecks sind Aviator (Fox Lake); Bee;
Bicycle; Hoyle und Maverick. Genannt sei ebenso der ursprünglich aus Wien
stammende Hersteller von Spielkarten Piatnik und die Altenburger
Spielkartenfabrik.
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