POKER INFORMATIONEN

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Poker Anfängerfehler

Ein Poker Spieler wird nicht als Profi geboren, er kann auch kein Diplom ablegen oder eine ähnliche Qualifikation erlangen. Der einzige Weg ist das Spiel selber, was Hilfe und gleichzeitig auch Chance ist.

Jeder ist oder war einmal ein Anfänger. Es muss sich also niemand am Pokertisch schämen oder sich unter Druck gesetzt fühlen. Wenn Sie als Anfänger die "Lieblingsfehler" weitestgehend vermeiden, haben Sie eine reelle Chance besser zu werden. Nur die Erfahrung bringt den Spieler weiter.

Lust auf Pokern? Oder sonst noch Fragen? Alles für Sie kinderleicht gemacht bei Party Poker Schule:

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Schlechte Starthände

Was habe ich zu Beginn alles für Mist gespielt. Klar, man ist gespannt auf das Spiel und will so oft wie möglich daran teilnehmen. In der Regel sollte man das auch so machen, damit man ein Gespür für falsche Startkarten bekommt. Sie werden dann schnell merken, welche Karten überhaupt spielbar sind und welche nicht. Die besten Starthände wurden computersimuliert und haben die höchste Wahrscheinlichkeit zu gewinnen.

Natürlich werden Sie mit schlechten Karten auch gewinnen, aber wie oft? Simuliert man eine gute und eine schlechte Starthand 1 Million mal am Computer, wird die schlechte verlieren. Abgesehen davon bringen Sie sich mit schlechten Karten in Bedrängnis, nämlich immer dann wenn Sie ein Blatt gefunden haben. Wird es gegen die anderen Spieler bestehen? ist das Blatt überhaupt konkurrenzfähig? Nein, ist es nicht, dauerhaft gesehen, werden Sie mit gemachten Händen, aus schlechten Starthänden, gegen bessere verlieren.

suited cards

Karten wie beispielsweise Herz 5 und Herz 10 sind suited cards, das heißt die Farbe ist gleich. Viele Anfänger spielen diese Karten, in der Hoffnung einen Flush zu treffen. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering - diese Karten sollten also nicht gespielt werden.

Tipps gegen Langeweile:

"Oje, das war langweilig. Nur jede fünfte Hand war spielbar und nichts passierte. Stundenlang kam nichts. " -> dieser Spieler hat einfach nur Pech, spielt aber richtig. In der Zeit, in der er nicht spielt, beobachtet er die Gegner. Er kann später, wenn er denn mal ein gutes Blatt findet, den Gegner dadurch besser einschätzen. Weiterhin sollten Sie sich die Gesten und Bewegungen der Mitspieler genauer ansehen, Sie werden diese Tells später zu Ihren Gunsten verwenden können. Ist es Ihnen hochlangweilig und Sie haben überhaupt keine Lust, verlassen Sie das Spiel bevor Sie Fehler machen oder in den Tilt Status wechseln.

Starthände

Auf den folgenden Seiten habe ich Ihnen konkrete Starthände, welche gespielt und welche nicht gespielt  werden sollten, aufgezeigt.


Für schlechte Outs bezahlen

Dieser Fehler ist ebenfalls recht populär unter den Anfängern. Hier werden vermeindlich gute Draws gespielt, die auf Dauer teuer werden können. Typische Draws, die gern von Anfängern gespielt werden, sind Straights mit einer fehlenden Karte oder Flush Draws mit noch zwei fehlenden Farbkarten. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Draws in Erfüllung gehen sind dem Pot gegenüber nicht gerechtfertigt.

Beispiel:

Sie haben in einem Texas Holdem Spiel folgende Situation:

Für den Straight benötigen Sie eine der noch fehlenden vier Fünfen. Die Wahrscheinlichkeit dass, die Fünf im Turn kommt liegt bei ~11%. Es lohnt sich also nicht eine Wette dafür einzugehen, es sei denn Sie dürfen die nächste Karte(n) kostenlos ansehen.

Auch ein beliebter Fehler: Das Karo Flush mit noch zwei fehlenden Karo Karten (Backdoor Flush) kommt nur zu 4% bis zur River Karte. Es gibt also kein Grund dieses Out zu spielen.

Ein zweites Beispiel:

Das Sie hier Ihr Paar Vieren zu einem Drilling ausbauen können, liegt bei insgesamt ~10%. Dieses Paar sollten Sie also nur spielen, wenn Sie die nächste Karten kostenlos erhalten.

Psychologisches Problem

Treffen Sie tatsächlich den Straight oder den Backdoor Flush, so speichert sich das Gehirn dieses Ereignis besser als wenn Sie verloren hätten. Sie werden dadurch bei einer weiteren identischen Situation in der Zukunft diese schlechten Outs wieder und wieder spielen. In der Regel merken Sie erst später, dass Ihnen dieses Warten auf die Outs bares Geld gekostet hat. Lassen Sie also bei Action am Tisch die Hände von miserablen Outs.


Pot Odds

Anfänger neigen dazu, die Pot Odds außer Acht zu lassen. Gerade diese bestimmen die Lukrativität einer Wette und damit den Erfolg im Poker. Informationen zu den Pot Odds finden Sie unter TIPPS


Unaufmerksamkeit

Genau wie damals in der Schule sollten Sie beim Pokerspielen aufmerksam dabei sein - Ihnen darf nichts entgehen. Einige Fehler entstehen durch Unaufmerksamkeit und schmälern Ihre Gewinnaussichten. Dabei sollten Sie immer die Gegner einschätzen und deren Taktik kennen.


Falsche Bietstrukturen

Bei den meisten Pokervarianten gibt es Limit oder No-Limit bzw. Pot-Limit Spiele. Anfänger sollten niemals in No Limit oder Pot Limit Spielen einsteigen. Dort herrschen andere Gesetze - ein Haifischbecken ist ein Spielplatz dagegen. Falls Sie trotzdem den Drang auf No/Pot Limit verspüren sollten, spielen Sie ein günstiges Turnier. Dort können Sie sich kostengünstig austoben und erste Erfahrungen für das No/Pot Limit Spiel sammeln.


Falsche Limits

Auch im Limit Spiel kann man viel verlieren. Sie sollten als Anfänger natürlich immer mit dem niedrigsten Limit beginnen. Sie sollten auch nur so viel Geld einsetzen, wie Sie bereit sind zu verlieren. Für Limit Tische sollte Ihr Bankroll (das verfügbare Geld zum Spielen) dem zwei- bis dreihundertfachen Big Blind Limit entsprechen. Gehen Sie an einen 1/2 Euro Tisch, benötigen Sie mindestens (2 x 200) 400 Euro, besser 600 Euro Kapital. Konnten Sie über mehrere Tage, Wochen oder Monate Ihr Bankroll verfünffachen, können Sie ein höheres Limit spielen. Überspringen Sie nie ein Limit, auch wenn Sie persönlich der Meinung sind, dem Limit gewachsen zu sein. Bedenken Sie unbedingt eines: je höher die Limits werden, desto höher qualifiziert sind die Spieler. Schlechte Spieler sind die Grundlage für Ihren Gewinn, irgendwoher muss das Geld ja kommen. Je höher Sie spielen, desto weniger Fehler werden gemacht und unter Umständen sind Sie dann sogar der Spieler, der die anderen füttert.

Verlieren Sie auf einem Limit über einen langen Zeitraum Geld, wechseln Sie wieder zum nächst tieferen Limit. Begehen Sie nicht den Fehler und spielen nun erst recht noch größere Limits um den Verlust aus den kleineren Limits wieder wett zu machen. Sie werden noch mehr verlieren, bis hin zum Totalverlust. Achten Sie immer auf Ihr Bankroll und spielen Sie generell nur die Limits, die Ihnen behagen.


AS mit Gemüse

Sobald Anfänger bei Texas Holdem ein As in der Hand halten, vergessen Sie Ihre guten Manieren und alles Gelernte. In der Regel sollte man ab A-9 preflop erhöhen (oder callen, positionsabhängig) um Neugierige Blicke vom Flop fernzuhalten und um den Pot wachsen zu lassen. Nur was die meisten dann nach dem Flop machen, sind reine Kamikaze Aktionen. Sie versuchen durch Setzen oder sogar noch mit Erhöhen das As ohne Rücksicht auf Verluste durchzubringen. Das ein anderer Spieler eventuell bessere Karten hat, interessiert diese Art von Anfänger nicht.


AS mit kleinem Kicker

As mit Gemüse sollten Sie in den vordersten Positionen eher folden als spielen. Hinter Ihnen hat mit hoher Wahrscheinlichkeit noch ein Spieler ein As mit einem besseren Kicker. Kommt das As im Flop werden Sie mitgehen und unter Umständen auch mal gewinnen, größtenteils werden Sie aber durch eine stärkere Hand dominiert, weil Ihr Kicker einfach schlecht ist. Warten Sie lieber auf eine bessere Hand.

Was viele Anfänger auch gern machen: Sie schleifen das As bis zum River durch, obwohl sie es am Flop nicht getroffen haben. Jeder Bet vom Gegner wird gecallt, in der Hoffnung, das das As noch kommt. Diese Spieler werden das As auch in einigen Fällen treffen und u.U. den Pot gewinnen, würde man diese Situation aber eine Million mal am Computer simulieren, würden diese Spieler dauerhaft Miese machen. Kommt das As kann der Spieler auch nicht richtig agieren, er weiß nicht wo er steht. Unter Umständen (und das beobachte ich recht häufig) hat der Gegner bereits sein zweites Paar getroffen. Treffen Sie mit Ihrem kleinen As am Flop nichts, entfernen Sie sich unauffällig vom Pot.

In folgender Situation sollten Sie Ihr As folden:


Ihre Karten


Gemeinschaftskarten


Gegner

Sie haben nichts getroffen, kein As kein Draw. Nicht einmal die 4 bringt Ihnen outs. Es gibt keinen Grund dem Gegner Geld in den Rachen zu werfen.

Nehmen wir an Sie callen den Einsatz (was Sie eigentlich nicht machen würden), und am Turn ist folgende Situation:


Ihre Karten


Gemeinschaftskarten


Gegner

Nun werden Sie sich freuen, "Juhu" das As ist da. Sie werden natürlich den Bet des Gegners callen.


Ihre Karten


Gemeinschaftskarten


Gegner

Nun kaufen Sie sich natürlich noch den Showdown. Blöd gelaufen, als Ihnen der Gegner zwei Paare Asse mit Zehnen zeigt. Sie haben also sinnlos Geld investiert, genau das wollen starke Spieler.

Hätte der Gegner nicht das As sondern vielleicht eine 9, hätten Sie gewonnen. Das diese Situation aber recht selten ist, muss Ihnen dann aber auch klar sein. Das nach dem Flop (also auf Turn und River) noch ein As kommt, ist unwahrscheinlich (ca. 12 %), dass sich eine Wette hier nach den Pot Odds nicht lohnen würde.


Neue Pokervarianten ausprobieren

Als Anfänger sollten Sie auch andere Poker Varianten ausprobieren, damit Sie einen Überblick bekommen, welche Spielmöglichkeiten Poker im Allgemeinen bietet. Vielleicht entdecken Sie dann auch Ihre neue Lieblingsvariante.

Belesen Sie sich vor dem Spielen einer unbekannten Poker Art. Versuchen Sie kostengünstig an Turnieren oder Cash Games teilzunehmen, um die Variante kennenzulernen. Fangen Sie immer mit den niedrigsten Limits an, auch wenn Sie in einem anderen Pokerspiel schon höhere Limits gespielt haben. Die Regeln ähneln sich in der Regel, die speziellen Regeln sind aber unterschiedlich. So wird ein unbelesener Holdem Spieler bei Omaha kläglich scheitern, auch wenn es ähnlich funktioniert.